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Bild: © shutterstock
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Urban Mining: Reuse – Recycling – Recovery

In Europa werden jährlich ungefähr 1,5 Milliarden Tonnen Verwertbares in die Mülltonnen geworfen. Darunter auch seltene Erden. Allein deutsche Müllberge beherbergen nach Schätzungen mehr Eisen, als das ganze Land in einem Jahr verbrauchen könnte. Urban Mining ist deshalb eine wertvolle Methode zur Ressourcengewinnung.

 

In der Vergangenheit wurde jedes Produkt, das keine Verwendung mehr hatte, deponiert und zur Verrottung zurückgelassen. Doch seit geraumer Zeit gilt ein Produkt bei Ende seiner Verwendung nicht mehr als Abfall, sondern als Rohstofflieferant. Dennoch wachsen riesige Abfallberge, während Rohstoffe weltweit immer knapper und teurer werden. Mit Urban Mining scheint eine ideale Problemlösung gefunden.

 

Urban Mining bedeutet “Stadtschürfung” und bezeichnet die Gewinnung von Rohstoffen aus Dingen, die Menschen täglich wegwerfen. Der Mensch ist beim Mining nicht nur Verbraucher, sondern auch Produzent der wiederverwertbaren Ressourcen. Dabei gilt:Je dichter besiedelt die Stadt, desto riesiger die Rohstoffmine. Außerdem verringert diese Methode der Wiederverwendung die Abhängigkeit von steigenden Rohstoffpreisen.

 

In Zukunft wird schon bei der Produktion häufiger darauf geachtet, dass ein Produkt wieder ein Produkt werden kann und kein Abfall entsteht. Auch in der Forschung ist man sehr erpicht darauf, dass die gigantischen und stetig wachsenden städtischen Minen erschlossen werden können. Das Entwickeln neuer Recycling-Technologien ist dabei ebenso gefragt, wie die aufwändige Erkundung urbaner Rohstofflager. Einiges aus diesen Minen wird hierbei bereits gefördert. Die Industrie verarbeitet Schrott schon seit Jahrzehnten immer wieder zu neuem Metall. Und auch Bauschutt wird erneut zu Material für andere Bauzwecke.