Oben
Bild: © shutterstock
Bild: © shutterstock

Schenkende Läden

Lebensmittel und andere Gebrauchsgüter werden immer teurer. Auch in Billigläden sind günstige Waren rar geworden. Dies hat zur Folge, dass sich Menschen immer seltener frische Lebensmittel leisten können. Währenddessen werfen Lebensmittelgeschäfte zum Verzehr geeignete Nahrungsmittel weg. Nur weil das Haltbarkeitsdatum überschritten wurde, landet mehr als die Hälfte der Waren im Müll. Wie kann man zum Umdenken der Wegwerfgesellschaft beitragen?

 

In den Supermärkten stapeln sich die Waren in den Regalen, während sich viele Menschen nichts davon leisten können. Bevor diese Läden allerdings Produkte verschenken, werfen sie diese weg und Angestellte müssen Menschen verjagen, die in den Müllcontainern nach Nahrung suchen.

 

Gegen diese Verschwendung geht zum Beispiel Frankreich vor. Unverkaufte Waren müssen gespendet, als Tiernahrung genutzt oder als Kompost für die Landwirtschaft verwendet werden.

 

„Kostnixläden“ in Österreich und „Umsonstläden“ in Deutschland, sind eine weitere Möglichkeit, um gegen Verschwendung vorzugehen. Dabei handelt es sich um private, soziale oder politisch motivierte Projekte, die zum Wohle der Umwelt und zum Nutzen für die Menschen ins Leben gerufen wurden. Alte, abgelegte und unerwünschte Dinge werden wieder zu nützlichen Gegenständen.

 

In den Regalen dieser Läden findet man allerlei Brauchbares, das von Personen unentgeltlich überlassen wurde. Wer davon etwas braucht, nimmt es sich. Man muss weder bezahlen noch Gegenleistungen erbringen. Diese Läden sind wie große Lagerräume, in denen Bücher, Gewand, Videos, CDs, Geschirr, Haushaltsartikel, Elektrogeräte, Schuhe und vieles mehr verschenkt wird. Allerdings kann man nicht mit den neuesten Produkten rechnen.

 

Foodsharing

Der Dokumentarfilm „We feed the World“ sorgte für Bestürzung. Was man eigentlich schon immer ahnte, wurde mit Bildern bestätigt. Der Großteil unserer Nahrung wird am Fließband produziert und zusätzlich landet mehr als die Hälfte davon im Müll.

 

Foodsharing heißt die Lösung! Diese Initiative gibt es bereits in zahlreichen europäischen Ländern und wird in Deutschland immer flächendeckender umgesetzt. Das zentrale Anliegen ist, dass Lebensmittel gegessen und nicht weggeworfen werden! Wird das Vorhandene genutzt anstatt weggeworfen, reduziert dies die Nachfrage und somit die Produktion. Das kommt der Umwelt zugute. Des Weiteren können Betriebe mit der Vermeidung von Müll überzeugt werden, was Zeit und Geld spart.

 

Wie funktioniert Foodsharing?

Foodsharing wird in Deutschland durch eine Lebensmittelverschenk-Plattform betrieben. Privatpersonen, Supermärkte, Bäckereien, gastronomische, landwirtschaftliche und Handelsbetriebe sowie Vereine können kostenlos Essen anbieten und abholen. Interessenten finden auf der Webseite das Angebot, die sogenannten Essenskörbe und geben ihr Interesse per Mausklick bekannt. Dann kann die Waren gratis abgeholt werden. Bei der angegebenen Sammelstellen wird die Ware dann gratis übernommen. Jeder, der einen Überschuss an Lebensmitteln hat, kann den gerne anbieten.

 

Das Ziel der Foodsharing-Unterstützer ist, dass ein Gesetz nach dem französischen Vorbild erlassen wird. Es würde das Wegwerfen von Lebensmitteln verbieten, womit Foodsharing extrem gepusht wird.